Randomisierte, verblindete, kontrollierte klinische Studie zur Bewertung der Wirkung einer oralen Cannabidiol-Verabreichung zusätzlich zu einer konventionellen antiepileptischen Behandlung auf die Anfallshäufigkeit bei Hunden mit therapieresistenter idiopathischer Epilepsie
McGrath, L. R. Bartner, S. Rao, R. A. Packer, D. L. Gustafson
2019
WICHTIGSTE ERKENNTNISSE:
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Hunde, die mit CBD behandelt wurden, zeigten eine signifikante Verringerung der Anfallshäufigkeit im Vergleich zur Placebogruppe.
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Es wurden keine negativen verhaltensbezogenen Nebenwirkungen von den Besitzern gemeldet.
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Für CBD wurden keine prokonvulsiven (anfallsfördernden) Wirkungen berichtet.
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Nebenwirkungen wie Schläfrigkeit, Appetitlosigkeit und Durchfall wurden in der vorliegenden Studie nicht gemeldet.
ZIELE & HYPOTHESE → Epilepsie ist eine chronische Erkrankung, die wiederkehrende Krampfanfälle verursacht und das allgemeine Wohlbefinden sowie die Lebensqualität von Hunden verschlechtert. Zudem ist sie die häufigste chronische neurologische Störung bei Hunden. Ziel war es, die Wirkung einer oralen Cannabidiol (CBD)-Verabreichung zusätzlich zu einer herkömmlichen antiepileptischen Behandlung auf die Anfallshäufigkeit bei Hunden mit idiopathischer Epilepsie zu bewerten.
METHODEN → 9 Hunde in der CBD-Gruppe und 7 in der Placebogruppe wurden in die Analyse einbezogen. Die CBD-Gruppe erhielt 12 Wochen lang zweimal täglich CBD-angereichertes Öl (2,5 mg/kg) zusätzlich zu den bestehenden antiepileptischen Behandlungen; die Placebogruppe erhielt unter denselben Bedingungen nicht-angereichertes Öl. Anfallsaktivität, Nebenwirkungen und Plasma-CBD-Konzentrationen wurden zwischen den Gruppen verglichen.
ERGEBNISSE → Hunde in der CBD-Gruppe wiesen eine signifikante Verringerung der Anfallshäufigkeit im Vergleich zur Placebogruppe auf. Die monatliche Anfallshäufigkeit in der CBD-Gruppe sank um 33 % (Medianwert vor und nach der Behandlung: 4,0 bzw. 2,7), verglichen mit einer Reduktion von 0 % in der Placebogruppe (2,0 bzw. 2,0). Der Anteil der Hunde, die als „Responder“ auf die Behandlung galten (Abnahme der Anfallsaktivität um ≥ 50 %), war jedoch zwischen den Gruppen ähnlich (2 Hunde in der CBD-Gruppe gegenüber 2 Hunden in der Placebogruppe). Diese weniger vielversprechenden Teilresultate lassen sich dadurch erklären, dass dies die erste Studie war, die die Wirkung von CBD bei epileptischen Hunden testete. Daher wurde eine niedrige Dosierung gewählt, da zu diesem Zeitpunkt noch kein Sicherheitsprofil vorlag. Da nun mehr Studien zur CBD-Behandlung bei Hunden verfügbar sind, sind weitere Untersuchungen erforderlich, um festzustellen, ob eine höhere CBD-Dosierung die Anfallsaktivität effektiver um ≥ 50 % senken kann.
Darüber hinaus wurden von den Besitzern weder verhaltensbezogene Nebenwirkungen noch Schläfrigkeit, Appetitlosigkeit oder Durchfall gemeldet. Trotz dieses sicheren Nebenwirkungsprofils zeigten Hunde in der CBD-Gruppe einen signifikanten Anstieg der alkalischen Phosphatase (ALP) im Serum. Ohne weitere Tests lässt sich aus diesem Wert allein jedoch keine klinische Implikation ableiten.