Cannabis sativa L. kann aggressives Verhalten gegenüber Menschen bei Tierheimhunden reduzieren
Corsetti, S. Borruso, L. Malandrucco, V. Spallucci, L. Maragliano, R. Perino, P. D’Agostino, E. Natoli
2021
WICHTIGSTE ERKENNTNISSE:
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Nach der CBD-Gabe zeigte aggressives Verhalten gegenüber Menschen eine signifikante Abnahme.
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Angst und Unruhe sind eine häufige Ursache für aggressives Benehmen bei Hunden.
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Die Hunde in der Studie zeigten keine Symptome, die auf eine CBD-Unverträglichkeit hindeuten würden.
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Die CBD-Behandlung verringerte weder die Aktivität noch die Aufmerksamkeit der untersuchten Hunde gegenüber ihrer Umwelt, was bereits bei anderen Tierarten hervorgehoben wurde.
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Die positiven Ergebnisse in dieser schwierigen Umgebung sind vielversprechend für freundlichere Umfelder.
ZIELE & HYPOTHESE → Der Einzug in ein Tierheim kann für Hunde extrem stressig sein, und es ist nicht ungewöhnlich, dass sie ihr Unbehagen durch aggressives Verhalten gegenüber Menschen ausdrücken. Zudem könnte dieses Benehmen mit Stress zusammenhängen, da Hunde dazu neigen, übermäßig aggressiv zu werden, wenn sie sich in einem Zustand erhöhter Angst befinden. Ziel dieser Studie war es festzustellen, ob eine CBD-Behandlung gestörtes, gestresstes und aggressives Verhalten bei Tierheimhunden verringern kann.
METHODEN → 24 Tierheimhunde mit verschiedenen Verhaltensauffälligkeiten wurden abwechselnd zwei Gruppen (behandelt und Kontrolle) zu je 12 Hunden zugeteilt. Die Behandlungsgruppe erhielt 45 Tage lang täglich ein 5 %iges Öl auf CBD-Basis (Dosierung: 1 Tropfen/2 kg), die Placebogruppe erhielt Olivenöl. Die Datenerhebung während der Verhaltensbeobachtungen umfasste mehr als 100 Verhaltensmuster, die mittels der "Focal Animal Sampling"-Methode aufgezeichnet wurden. Vor Beginn der Gabe wurden alle Hunde an drei Tagen für jeweils 1 Std./Tag beobachtet (T0). Diese Beobachtung wurde nach 15 (T1) und 45 (T2) Tagen ab Behandlungsbeginn sowie 15 Tage nach Ende der Behandlung (T3) wiederholt. Jeden Tag überwachten die Tierheimmitarbeiter die Hunde auf Symptome oder Nebenwirkungen.
ERGEBNISSE → Aggressives Verhalten gegenüber Menschen nahm in der CBD-Gruppe im Laufe der Zeit signifikant ab. Im Gegensatz dazu verringerte sich das aggressive Verhalten in der Kontrollgruppe nach der Placebo-Gabe nicht. Diese Ergebnisse deuten klar darauf hin, dass eine CBD-Behandlung effektiv eingesetzt werden kann, um aggressives Verhalten gegenüber Menschen zu reduzieren und das Wohlbefinden von Hunden in Tierheimen zu verbessern. Darüber hinaus gewinnen diese Ergebnisse an Wert, da sie eine Reaktion auf CBD in einer herausfordernden Umgebung zeigen, die in einem harmonischen Umfeld sogar noch größer sein könnte. Wenn die CBD-Behandlung zu einer Reduzierung der Aggressivität führt, kann dies wiederum die Beziehung zwischen den Hunden und dem Personal verbessern, das Management erleichtern und das Tierwohl steigern.
Abbildung 1: Anzahl aggressiver Verhaltensweisen nach CBD-Behandlung zu Beginn (T0), nach 15 (T1) und 45 (T2) Tagen sowie 15 Tage nach Ende der Gabe (T3).
Kein Hund zeigte während der Studie Krankheitssymptome, mit Ausnahme eines Hundes, der eine einzige Episode von Durchfall hatte, die ohne pharmakologische Intervention verschwand. Dies bedeutet, dass die Hunde das Olivenöl mit CBD-Zusatz gut vertrugen. Die Behandlung mit CBD reduzierte nicht die Aufmerksamkeit der Hunde und machte sie nicht weniger empfänglich für ihre Umgebung und die Reize, die sie umgaben.