Grundlagen der Mobilität (Präventive Pflege)
Gesunde Bewegung ist entscheidend für das Wohlbefinden, das Selbstvertrauen und die Lebensqualität Ihres Hundes. Eine frühzeitige Unterstützung der Bewegungsabläufe hilft, Belastungen zu reduzieren, Gelenke zu schützen und Hunde länger aktiv und beschwerdefrei zu halten.
Dieser Leitfaden enthält praktische Gewohnheiten, die in den Alltag integriert werden können, um die Mobilität zu unterstützen und die langfristige Bewegungsfähigkeit zu fördern.
Für wen ist dieser Leitfaden geeignet?
Dieser Leitfaden zu den Grundlagen der Mobilität (Präventive Pflege) kann hilfreich sein, wenn auf Ihren Hund einer oder mehrere der folgenden Punkte zutreffen:
- Er ist ein junger, aktiver oder im Wachstum befindlicher Hund.
- Er gehört einer mittelgroßen oder großen Rasse an oder ist einer höheren Gelenkbelastung ausgesetzt.
- Er steigert gerade sein Aktivitätslevel, sein Training oder seine körperliche Arbeitsbelastung.
- Er führt einen aktiven Lebensstil, hat aber keine diagnostizierte Gelenkerkrankung.
Falls Ihr Hund lahmt, Schmerzen zeigt oder eine plötzliche Veränderung im Bewegungsablauf aufweist, konsultieren Sie bitte Ihren Tierarzt und nutzen Sie stattdessen einen Leitfaden für akute Mobilitätsunterstützung oder die Genesungsphase.
Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für Haustierbesitzer
Schritt 1: Ein bewegungsfreundliches Zuhause schaffen
Schritt 1: Ein bewegungsfreundliches Zuhause schaffen
Ziel
Unnötige Belastungen, Ausrutschen und ungeschickte Bewegungen bei alltäglichen Aktivitäten zu Hause reduzieren.
Beispiele
- Vermeiden Sie rutschige Böden dort, wo Ihr Hund am häufigsten läuft; legen Sie bei Bedarf einen Teppich oder Läufer aus.
- Nutzen Sie Treppen oder eine Rampe für Sofas oder Betten, anstatt den Hund springen zu lassen.
- Stellen Sie sicher, dass bevorzugte Ruheplätze leicht erreichbar sind, ohne dass der Hund klettern oder ausrutschen muss.
- Halten Sie Schlafbereiche warm und gut gepolstert, um die Gelenke während der Ruhephasen zu unterstützen.
- Platzieren Sie Futter- und Wassernäpfe auf einer stabilen Unterlage, damit sie beim Stehen nicht verrutschen.
- Halten Sie Laufwege frei, damit sich Ihr Hund ohne plötzliche Wendungen oder Hindernisse bewegen kann.
- Sorgen Sie für ausreichend Licht am Abend, damit Ihr Hund sieht, wohin er läuft, anstatt sich in völliger Dunkelheit zu bewegen.
- Bieten Sie weiche Liegeflächen an Orten an, die Ihr Hund regelmäßig nutzt.
Eine unterstützende häusliche Umgebung hilft, die Gelenke bei den vielen kleinen Bewegungen zu schützen, die jeden Tag stattfinden.
BSAVA-Prinzip:
Reduzierung von Umweltrisiken.
Schritt 1: Ein bewegungsfreundliches Zuhause schaffen
Schritt 1: Ein bewegungsfreundliches Zuhause schaffen
Ziel
Unnötige Belastungen, Ausrutschen und ungeschickte Bewegungen bei alltäglichen Aktivitäten zu Hause reduzieren.
Beispiele
- Rutschige Böden vermeiden, dort wo Ihr Hund am häufigsten läuft; legen Sie bei Bedarf einen Teppich oder Läufer aus.
- Treppen oder eine Rampe für Sofas oder Betten nutzen lassen, anstatt den Hund springen zu lassen.
- Sicherstellen, dass bevorzugte Ruheplätze leicht erreichbar sind, ohne zu klettern oder auszurutschen.
- Weiche Liegeflächen an Orten anbieten, die Ihr Hund regelmäßig nutzt.
- Schlafbereiche warm und gut gepolstert halten, um die Gelenke während der Ruhephasen zu unterstützen.
- Futter- und Wassernäpfe auf einer stabilen Unterlage platzieren, damit sie beim Stehen nicht verrutschen.
- Laufwege freihalten, damit sich Ihr Hund ohne plötzliche Wendungen oder Hindernisse bewegen kann.
- Sicherstellen, dass der Hund abends sieht, wohin er läuft, anstatt sich in völliger Dunkelheit zu bewegen.
Eine unterstützende häusliche Umgebung hilft, die Gelenke bei den vielen kleinen Bewegungen zu schützen, die jeden Tag stattfinden.
BSAVA-Prinzip:
Reduzierung von Umweltrisiken.
Schritt 2: Unnötige Belastung bei täglicher Bewegung reduzieren
Schritt 2: Unnötige Belastung bei täglicher Bewegung reduzieren
Ziel
Unnötige Gelenkbelastungen während anfälliger Phasen und bei wiederholten täglichen Bewegungen verringern.
BEISPIELE
- An lockerer Leine laufen, um eine natürliche Kopf-, Hals- und Körperhaltung zu ermöglichen.
- Ziehen oder ständige Leinenspannung vermeiden, die zu einer unnatürlichen Körperhaltung zwingt.
- Spielen auf rutschfesten, nachgiebigen Untergründen fördern (Gras, Gummi, Matten).
- Plötzliches Sprinten auf rutschigen Böden im Haus vermeiden.
- Wiederholtes Auf- und Abspringen von Möbeln begrenzen, besonders bei Aufregung.
- Rampen oder Treppen für Autos, Sofas oder Betten nutzen, wann immer möglich.
- Krallen regelmäßig schneiden, um den normalen Pfotenkontakt zu erhalten und das Ausrutschen zu reduzieren.
Kleine, alltägliche Anpassungen können die kumulative Gelenkbelastung im Laufe der Zeit erheblich reduzieren.
BSAVA-Prinzip:
Management der mechanischen Belastung.
Schritt 3: Einen gesunden Körperzustand beibehalten
Schritt 3: Einen gesunden Körperzustand beibehalten
Ziel
Unnötige Belastungen für Gelenke, Muskeln und Weichteile langfristig reduzieren.
Den Körperzustand aktiv managen
Selbst kleine Veränderungen des Körpergewichts haben einen erheblichen Einfluss auf die Gelenkbelastung und die langfristige Mobilität.
Hilfreiche Gewohnheiten
- Prüfen Sie regelmäßig den Körperzustand, nicht nur das Gewicht (sichtbare Taille von oben, Rippen leicht fühlbar ohne Druck).
- Passen Sie die Futterportionen an, wenn sich die Aktivität ändert (ruhigere Wochen, Wachstumsphasen, Verletzungen, saisonale Unterschiede).
- Nutzen Sie einen Teil der täglichen Futterration als Belohnung, anstatt zusätzliche Leckerlis zu geben.
- Achten Sie auf „versteckte Kalorien“ (Kausnacks, Tischabfälle, häufige Zwischenmahlzeiten).
- Überprüfen Sie die Portionen alle paar Monate neu, auch wenn die Futtersorte gleich bleibt.
Die Aufrechterhaltung eines schlanken, stabilen Körperzustands ist eine der effektivsten Möglichkeiten, die Mobilität in jedem Alter zu schützen.
BSAVA-Prinzip:
Gewichtsbezogenes Lastmanagement.
Schritt 4: Muskelkraft und Gleichgewicht aufbauen
Schritt 4: Muskelkraft und Gleichgewicht aufbauen
Ziel
Die Gelenkstabilität und Bewegungskontrolle verbessern, indem eine ausgewogene Muskelnutzung bei alltäglichen Aktivitäten unterstützt wird.
Gewohnheit: Spiele und Aktivitäten zur Förderung von Muskelkraft und Gleichgewicht
Dieser Schritt konzentriert sich auf die Bewegungsqualität und Koordination, nicht auf intensives Training. Eine Vielfalt an Bewegungen hilft den Muskeln, die Gelenke effektiver zu unterstützen.
Gelenkschonende Spiele und Übungen
Wählen Sie Spiele, die Gehen oder leichtes Joggen ermöglichen, und vermeiden Sie Sprints, bevor Ihr Hund nicht richtig aufgewärmt ist.
Hilfreiche Beispiele
- Spiele auf Basis von Gehen: Entspannte Leinenspaziergänge, „Folge-mir“-Spiele oder sanfte Richtungswechsel (Kurven, Achterfiguren), um kontrollierte Bewegungen zu fördern.
- Sanftes Joggen: Kurze Phasen lockerem Joggens in angenehmem Tempo nach dem Aufwärmen, ohne plötzliche Beschleunigung.
- Schnüffel- und Suchspiele: Ausstreuen von Futter oder Verstecken von Leckerlis, um langsame, gezielte Bewegungen und natürliche Haltungswechsel zu fördern.
- Kontrolliertes Apportieren: Kurze Würfe auf weichem Untergrund, die es Ihrem Hund ermöglichen, natürlich zu joggen oder zu laufen, anstatt wiederholte Maximalsprints zu absolvieren.
- Zerrspiele auf Bodenhöhe: Ruhiges Zerren mit einem weichen Spielzeug, das niedrig und horizontal gehalten wird; dabei Springen, Verdrehen oder plötzliches Rucken vermeiden.
- Übersteigen niedriger Hindernisse: Steigen über Stangen, Handtücher oder Kissen, die auf dem Boden liegen, um Gleichgewicht und Koordination zu unterstützen.
Über Sprints und Sprünge
Sprints und Sprünge sind normale, gesunde Hundebewegungen und können Teil von Spiel und Sport sein. Sie sind am sichersten, wenn:
- Ihr Hund aufgewärmt ist
- der Untergrund guten Halt bietet
- sie nicht übermäßig oft als Hauptaktivität wiederholt werden
Das Ziel ist nicht, diese Bewegungen zu vermeiden, sondern sie durch regelmäßige, kontrollierte Aktivität auszugleichen, damit Gelenke und Muskeln gut unterstützt werden.
BSAVA-Prinzip: Muskuläre Unterstützung und Gelenkstabilisierung.
Eine ausgewogene, gut koordinierte Muskelnutzung hilft, Gelenke zu stabilisieren, Stöße abzufangen und ungleichmäßige mechanische Belastungen bei der täglichen Bewegung zu reduzieren.
Schritt 5: Aufwärmen und Abkühlen bei Belastungsspitzen
Schritt 5: Aufwärmen und Abkühlen bei Belastungsspitzen
Ziel
Plötzliche Steigerungen der körperlichen Belastung vermeiden, indem die Bewegung vorhersehbar gehalten und der Körper unterstützt wird, wenn die Aktivität höher als gewöhnlich ist.
Vorbereitung und Erholung bei Tagen mit höherer Aktivität
Die meisten Hunde vertragen regelmäßige Bewegung gut, aber plötzliche „Spitzen“ – wie eine lange Wanderung nach ruhigeren Tagen – stellen eine zusätzliche Belastung für Gelenke und Muskeln dar.
Höherintensive Aktivitäten können längere Wanderungen, Joggen oder Laufen mit Ihrem Hund, Sport (wie Agility oder Canicross) oder ausgedehnte Spieleinheiten mit wiederholtem Laufen oder Springen umfassen.
Regelmäßige Aktivität, die normalerweise gut vertragen wird, muss bei kälteren Bedingungen möglicherweise angepasst werden.
Hilfreiche Gewohnheiten: Aufwärmen und Abkühlen
- Behalten Sie die regelmäßige tägliche Bewegung bei, auch an ruhigeren Tagen.
- Vor intensiverer Aktivität:Beginnen Sie mit 10–15 Minuten lockerem Gehen.Steigern Sie das Tempo oder den Schwierigkeitsgrad schrittweise.
- Nach intensiverer Aktivität:Ermöglichen Sie 10 Minuten ruhiges Gehen zum Abkühlen.Vermeiden Sie abruptes Anhalten nach intensiver Bewegung.
- Planen Sie am Tag nach einer stärkeren Anstrengung leichtere oder ruhigere Aktivitäten ein.
BSAVA-Prinzip: Belastungskonsistenz & Management der Veränderungsrate.
Gelenke, Muskeln und Bindegewebe kommen am besten zurecht, wenn Veränderungen der körperlichen Anforderungen durch Vorbereitung und Erholung unterstützt werden, anstatt abrupt aufzutreten.
Schritt 6: Auf frühe Mobilitätsveränderungen achten
Schritt 6: Auf frühe Mobilitätsveränderungen achten
Ziel
Subtile Veränderungen frühzeitig erkennen, bevor sie sich zu größeren Mobilitätsproblemen entwickeln.
Gewohnheit: Regelmäßig überprüfen, wie sich Ihr Hund bewegt
Frühe Veränderungen der Mobilität verlaufen oft schleichend und werden leicht übersehen. Die Beobachtung zur Gewohnheit zu machen, ermöglicht frühzeitigere und sanftere Anpassungen.
Achten Sie auf:
- Langsamer werden bei Spaziergängen oder das Bedürfnis nach mehr Pausen.
- Zögern vor dem Springen, Treppensteigen oder Spielbeginn.
- Steifheit nach Ruhephasen oder Schlaf, die sich bei Bewegung bessert.
- Kürzere oder weniger enthusiastische Spieleinheiten.
- Veränderungen in der Körperhaltung, dem Gangbild oder der Bewegungsbereitschaft.
Wenn Sie Veränderungen bemerken:
- Verringern Sie vorübergehend die Intensität, anstatt sie zu forcieren.
- Erhöhen Sie die Beständigkeit und die Erholungszeiten.
- Passen Sie die täglichen Gewohnheiten an (Länge der Spaziergänge, Art des Spiels, Untergründe).
- Beobachten Sie, ob die Veränderungen anhalten oder sich verbessern.
Eine frühzeitige Reaktion hilft, die langfristige Mobilität zu schützen.
BSAVA-Prinzip: Frühzeitige Intervention und Überwachung.
Kleine Veränderungen, die frühzeitig angegangen werden, können ein Fortschreiten verhindern und die langfristige Belastung von Gelenken und Weichteilen verringern.
Schritt 7: Tierärztliche Beratung einholen, wenn nötig
Schritt 7: Tierärztliche Beratung einholen, wenn nötig
Ziel
Rechtzeitige Unterstützung sicherstellen, wenn präventive Gewohnheiten nicht mehr ausreichen.
Wissen, wann man um Hilfe bittet
Präventive Pflege beinhaltet auch zu erkennen, wann professionelle Anleitung erforderlich ist.
Kontaktieren Sie Ihren Tierarzt, wenn:
- Humpeln oder Steifheit länger als ein paar Tage anhalten.
- Mobilitätsveränderungen sich verschlimmern oder trotz Anpassungen nicht verbessern.
- Ihr Hund Aktivitäten vermeidet, die ihm zuvor Freude bereitet haben.
- Schmerzen, Schwellungen oder eine plötzliche Unlust an Bewegung auftreten.
Eine frühzeitige Abklärung ermöglicht eine gezielte Beratung und hilft dabei, langfristige Mobilitätsprobleme zu vermeiden.
BSAVA-Prinzip: Rechtzeitige klinische Beurteilung.
Frühzeitiger tierärztlicher Rat verbessert die Ergebnisse und unterstützt die langfristige Gesundheit der Gelenke und des Bewegungsapparates.
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